Interview mit dem Schweizer Rundfunk

Aus Anlass von Hillary Clintons Nominierung zur Präsidentschaftskandidatein gab es im Schweizer Radio ein Interview mit mir.

Das Audio (ca. 25 Minuten) könnt Ihr hier anhören!

Zum Hintergrund gibt es noch ein weiteres Interview in Textform, das steht hier.

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Apropos Suffragetten…

Momentan sind ja wegen des Films die Suffragetten in aller Munde. Deshalb möchte ich hier mal das Memorial von Victoria Woodhull lesen, das sie im Januar 1871 vor dem Rechtsausschuss des US-Kongresses in Washington einreichte. Ich finde Ihre Argumentation, dass Frauen eigentlich schon immer das Wahlrecht hatten und sie nur von lokalen Behörden illegalerweise an seiner Ausübung gehindert werden, immer noch überzeugend. Aber lest selber!

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Ab 17. April gibt es übrigens im Frauenmuseum Bonn eine Ausstellung_Installation zu Victoria Woodhull (dafür habe ich ihr Memorial eingescannt und bei der Gelegenheit nochmal gelesen :))

Das Aufsehen erregende Leben der Victoria Woodhull – jetzt auch wieder gedruckt

das_aufsehen_erregende_leben_der_victoria_woodhullMeine Biografie über Victoria Woodhull gibt es jetzt auch wieder als gedrucktes Buch. Es ist 320 Seiten dick, kostet 29,49 Euro, und man bekommt es ganz normal über den Buchhandel, also zum Beispiel bei Thalia oder Amazon.

Als E-Book kostet es weiterhin 8,66 Euro – dieses Verhältnis zwischen Druckpreis und E-Book-Preis gefällt mir, ich finde es auch sachlich angemessen. Die bei anderen Verlagen übliche Preisgestaltung, wonach das E-Book gerade mal zwei oder drei Euro billiger ist als das gedruckte Buch (das Papier, Lager, Versand etc. kostet) werde ich nie verstehen und sie macht mich auch je länger es dauert umso ärgerlicher.

Vielen Dank an den Verlag Buch und Netz, der die Druckversion jetzt möglich gemacht hat! Die Einleitung und die ersten drei Kapitel könnt Ihr dort über den Browser schon gratis lesen.

 

The Coming Woman – Woodhulls Leben als Roman

?????????????????????????????????????????????????????????Es gibt jetzt auch einen Roman über das Leben von Victoria Woodhull: The Coming Woman, von Karen J. Hicks. Ich hab es etwas gelangweilt gelesen, weil die literarische Qualität – naja eher so nicht vorhanden ist.

Außerdem geht es mal wieder weniger um Woodhulls politische Ideen als vielmehr um die skandalträchtige Seite ihres Lebens, und dabei nimmt auch wieder die leidige Beecher-Affäre (das ist dieser Prediger, dessen außereheliche Affären Woodhull in ihrer Zeitung publik gemacht hat, woraufhin sie im Gefängnis landete und von den Sittenwächtern der Nation übel niedergemacht wurde) den meisten Raum ein.

Keine Rolle spielt hingegen ihr sozialistisches Engagement, dass sie Sektionen der Internationale gegründet hat und eine Demo für die Opfer der Pariser Kommune mitorganisierte, wird so beiläufig erwähnt, ohne dass man versteht, warum und wieso. Auch ihre anderen politischen Ideen werden nur unter dem Aspekt „war damals außergewöhnlich“ vorgestellt, aber nicht ideengeschichtlich eingeordnet oder in den zeitgenössischen Kontext wirklich eingeordnet.

Das alles ist aber nicht nur ein Manko dieses Buches, sondern fast aller US-amerikanischer Woodhull-Biografien. Da kann man es bei einem Roman fast noch eher verstehen, dass der Fokus auf der „Sex and Crime“-Schiene liegt.

Immerhin sind die Fakten größtenteils korrekt. Über weite Strecken hat sie einfach aus Originalquellen zitiert oder ist eben den einschlägigen Biografien gefolgt, vermutlich war es für mich auch deshalb so langweilig zu lesen, ich hab das alles schon gewusst. Eigentlich wäre der Reiz an so einer romanhaften Herangehensweise doch gerade gewesen, ein bisschen über die historischen Fakten hinaus dazu zu erfinden, also eine echte „Geschichte“ daraus zu machen. Aber dazu hat der Autorin offenbar der Mut oder die Phantasie oder auch einfach nur die Lust gefehlt.

(Meine „Benchmark“ für dieses Genre ist ja der Roman „Die Vagabundin“ von Alexandra Lapierre über Fanny Oswald Stevenson, die Frau des Autors der „Schatzinsel“ – super erzählt, historisch korrekt, aber dennoch eben mehr als eine Biografie, sondern ein echter „Abenteuerroman“).

PS: Das Cover-Foto verstehe ich auch nicht. Victoria Woodhull hätte sich nie mit so einer Körperhaltung hingesetzt. Jedenfalls nicht in meiner Phantasie!